„Empfänger unbekannt“ an der Marienschule

„Empfänger unbekannt“ an der Marienschule

Szenische Lesung an der Marienschule Opladen

Am Donnerstag, dem 11.4. 2019, fand in der Aula der Marienschule Opladen die szenische Lesung „Empfänger unbekannt“ nach Motiven von Kathrine Kressmann Taylor mit dem Kammertheater Rheinland statt.

Diese Lesung stand im Zusammenhang der „Jüdischen Kulturtage an Rhein und Ruhr“ und von „Levliest 2019“, der zehnten Leverkusener Buchwoche.

„Szenische Lesung“, „Zweipersonen-Stück“, wenig äußere Handlung oder „Action“

Für die Stufe neun war die Veranstaltung ausgesucht und mit den Klassen im Geschichts- und Politik-Unterricht vorbereitet worden, da die Thematik auf dem Geschichts-Lehrplan steht, aber Tendenzen in Richtung Nationalismus und Rechtspopulismus uns auch aktuell beschäftigen.

„Szenische Lesung“, „Zweipersonen-Stück“, wenig äußere Handlung oder „Action“ – das versetzt 15- bis 16-Jährige normalerweise nicht in Begeisterung, aber die Schülerinnen und Schüler waren von der sich stetig steigernden, spannenden Geschichte gepackt, besonders weil das Spiel der beiden Freunde, deren Beziehung in der Zeit von 1932 bis 1934 heftigen Verwerfungen ausgesetzt ist und dramatisch endet, so intensiv und authentisch war.

Zudem taten das Bühnenbild mit sorgfältig ausgesuchten zeitgenössischen Requisiten, wie einem Volksempfänger, und die Zweiteilung der Bühne mit jeweiligem Lichtwechsel und zu der Lebenswirklichkeit der beiden Freunde passender Musik ein Übriges.

Abseits des Geschichtsunterrichts zwei Menschen zu begegnen

Abseits des Geschichtsunterrichts zwei Menschen zu begegnen, die zur Zeit der endenden Weimarer Republik und des beginnenden NS-Regimes in New York und München leben, sich einrichten, die Entwicklungen beobachten oder versuchen sie aktiv mitzugestalten – mit nicht ausbleibenden schuldhaften Verstrickungen – war einfach spannend und verstörend.

Eine rundum gelungene Inszenierung

Nach dem Spiel bot sich noch die Gelegenheit, mit den beiden Schauspielern Wolfgang Müller-Schlesinger (Martin) und Michael Meierjohann (Max) zu sprechen und Fragen zu stellen, was durchaus intensiv genutzt wurde und die Betroffenheit des jungen Publikums widerspiegelte.

Eine rundum gelungene Inszenierung, die wir nur weiterempfehlen können!

 

Dr. D. Miedza, Schulleiter

S. Falter, MSO-Kultur