Luelsdorf

Hildegard Luelsdorf

Frauen feiern nicht nur aktiv den Gottesdienst, sondern sie engagieren sich in vielen Bereichen kirchlichen Lebens. Lesen Sie hier, was Hildegard Luelsdorf ehrenamtlich leistet und was sie bewegt…

Es ist Freitagabend 21:00 Uhr. Der Transit der Emmaus Gemeinschaft Köln fährt an der U-Bahn Haltestelle Appellhofplatz vor. Es warten schon 30 – 40 Obdachlose und Bedürftige. Die Zahl steigt manchmal bis zu 80 Frauen, Männer und Jugendliche. Schnell werden 2 Klapptische aufgestellt, einer für Kaffee und Tee, der andere für Suppe, Brot und Quarkspeise. Alle warten geduldig bis sie an der Reihe sind. Die meisten bedanken sich.


Seit mehr als 15 Jahren übernimmt der Ortsverein St. Marien Nippes der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) in verschieden Gruppen in Kooperation mit der Emmaus Gemeinschaft jeden Freitag die Suppenküche. Ich bin Mitglied der KAB, einem Sozialverband, der sich für soziale Gerechtigkeit einsetzt und für diejenigen, die keine Lobby haben. Seit 1998 engagiere ich mich in einer dieser Kochgruppen.


Ab 19:00 Uhr wird meist zu siebt in der Küche der Emmaus Gemeinschaft Gemüse geputzt, Kartoffeln geschält, Zwiebeln und Speck angebraten, Brot aufgeschnitten, Kaffee und Tee zubereitet. Die Zutaten werden von uns mitgebracht. Würzen ist eine kleine Kunst, denn es soll ja gut schmecken. Bei der Vorbereitung haben wir viel Freude. Am Anfang hatte ich große Sorge: wie verhalte ich mich den Obdachlosen gegenüber, wie spreche ich mit ihnen? Die Befangenheit löste sich aber schnell.


Während der Essensausgabe und beim Kaffee komme ich mit den Gästen ins Gespräch. Dabei merke ich, dass es wichtig ist als Gesprächpartner da zu sein. Die Gäste freuen sich, dass jemand zuhört. Tief bewegt hat mich ein Abend, an dem eine Mutter ihre 12-jährige Tochter unter den Anwesenden suchte.

 

Wenn die 50 Liter Suppe, der Kaffee und der Nachtisch verteilt sind, wird noch bei Emmaus gespült. Gegen 23:00 ist der „Dienst“ getan.

Mit Freunden und Freundinnen ein leckeres Essen zubereiten und zufriedene Gäste bedienen zu dürfen macht mich auch zufrieden, obwohl ich weiß:
Es ist nicht gut, dass es Suppenküchen gibt. Es ist aber immer noch notwendig, dass sie bestehen!

 

 

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