Wernert

Frau Wernert-Giesen

Frauen feiern nicht nur aktiv den Gottesdienst, sondern sie engagieren sich in vielen Bereichen kirchlichen Lebens. Lesen Sie hier, was Frau Wernert-Giesen ehrenamtlich leistet und was sie bewegt…

Warum machst du das? Hast du nicht genug zu tun mit Familie und Beruf? Denk doch mal an dich!
Solche oder ähnliche Äußerung bekomme ich gelegentlich zu hören. Ja, ich habe viel zu tun – bei einer 5-köpfigen Familie, Haus und Garten und einem beinah Vollzeitjob habe ich genug Beschäftigung. Und trotzdem engagiere ich mich in der knapp bemessenen Freizeit noch für meine Kirchengemeinde St. Ulrich in Frechen-Buschbell. Und das mit viel Freude!


Seit 11 Jahren bin ich Mitglied in unserem Kirchenvorstand (KV). Im Oktober 2008 wurde ich zur geschäftsführenden Vorsitzenden gewählt. Daneben bin ich noch Mitglied im Kirchengemeindeverband (KGV) und seit 2002 im Vorstand der kfd St. Ulrich. Ich habe bei Kommunion- und Firmkatechesen mitgearbeitet, bin im Lektoren- und Liturgiekreis, gestalte Wortgottesdienste für die kfd und halte Andachten.


Was interessiert mich besonders an der Arbeit im Kirchenvorstand?
Dem KV obliegt die Verwaltung und die Vertretung des Kirchenvermögens. Das mag sich zunächst etwas trocken anhören, aber dahinter stecken viele interessante Aufgaben. z. B. die Bewirtschaftung der Gebäude und Liegenschaften, der Erhalt der kunsthistorischen Gegenstände oder die Aufstellung des Haushalts. Vor Ort gilt es z.B. die Vermietungen des Pfarrheims, das Funktionieren der Heizung, die Anschaffung eines Schriftenstandes oder einen Spendenaufruf zu organisieren. Als KV-Mitglied kümmere ich mich sozusagen um den „äußeren Rahmen“, damit Pfarrleben möglich ist und bleibt.


Ich leite Sitzungen, führe den Schriftwechsel im Auftrag der Kirchengemeinde, hole Angebote ein und arbeite eng mit Generalvikariat und Rendantur zusammen. Was den Reiz in meiner heutigen Position ausmacht, ist die große Vernetzung innerhalb des Seelsorgebereiches. Beschlüsse aus dem KGV, der den Blick für das „Große und Ganze“ im Seelsorgebereich hat, nehme ich in unser Gremium herein, umgekehrt vertrete ich aber auch im KGV die Interessen unserer Pfarrei. Beschlüsse aus dem KV kann ich in den andern Gruppierungen der Pfarrgemeinde verständlicher machen, weil ich um die rechtlichen oder finanziellen Zwänge weiß. Andererseits kenne ich die Sorgen und Nöte der einzelnen Gruppen und nehme dies zum Anlass, darüber im KV zu sprechen.


Woher nehme ich die Motivation?
Als Christ fühle ich mich durch Taufe und Firmung aufgerufen, Verantwortung in meiner Gemeinde zu übernehmen. In all den Jahren meines ehrenamtlichen Engagements wurde mir immer deutlicher bewusst, wie wichtig es ist, zum Gemeindeleben beizutragen und sich einzubringen. Kirche sind wir alle. Dazu möchte ich meinen Anteil leisten. Zum anderen liegt mir meine Pfarrgemeinde sehr am Herzen: St. Ulrich ist meine Heimat. Und dieses Gefühl, hier bist du zu Hause, das möchte ich allen Gruppierungen in St. Ulrich ermöglichen.


Eine Gemeinde braucht einen Ort, um sich zu treffen, sich auszutauschen und „lebendig“ zu bleiben. Dies ist mir ein wichtiges Anliegen und so setze ich im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten alles daran, dass wir einen Ort der Begegnung vorhalten können. Ich möchte die Menschen in unserem Seelsorgebereich auf dem Weg in neue Strukturen mitnehmen, ihnen die Geborgenheit „alter Zeiten“ geben und trotzdem offen für Neues sein.


Das ist das Spannende an meiner Arbeit. Es wird immer wieder Veränderungen geben. Dies den Mitchristen verständlich zu machen, aber auch die Identität der eigenen Gemeinde zu wahren und Dinge zum Wohle unserer Gemeinde und Gemeinschaft in Frechen umzusetzen – das erfüllt mich mit Freude und gibt mir Kraft und Motivation für die nächsten Herausforderungen. Vielleicht habe ich Interesse geweckt an KV-Arbeit? Im nächsten Jahr stehen wieder Wahlen an und Kandidatinnen werden immer gesucht …


Für mich gelten jedenfalls die Worte des hl. Augustinus :
Was du in anderen entzünden willst, muss in dir selbst brennen.

 

 

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